Definition IP Schutzart

Kein Titel
Schutzarten durch Gehäuse (IP-Code)
 
 
 
endsprächend PN-92/E-08106 / DIN EN 60 529 / IEC 529
 
Der Umfang des Schutzes (Schutzart) durch ein Gehäuse wird mittels genormter Prüfverfahren nachgewiesen. Der Umfang eines Schutzes wird im folgenden als Schutzart oder Schutzgrad eines Gehäuses bezeichnet. Zur Einteilung verschiedener Gehäuse bezüglich ihrer Schutzarten wird ein Bezeichnungssystem verwendet.
Das Bezeichnungssystem besteht aus den Code-Buchstaben IP und zwei nachfolgenden Kennziffern:
Anmerkung:
Nach der zweiten Kennziffer können noch die zuzsätzliche und ergänzende Buchstaben stehen. 
 
Schutzgrade gegen Zugang zu gefährlichen Teilen 
und gegen feste Fremdkörper
Erste
Kennziffer
 
Bedeutung der ersten Kennziffer:
Die erste Kennziffer gibt an, inwieweit das Gehäuse Personen Schutz gegen den Zugang zu (das Berühren von) gefährlichen Teilen gewährt. Dieser Schutz wird erreicht, indem das Eindringen eines Körperteils oder eines Gegenstandes, der von einer Person gehalten wird, in das Gehäuse verhindert oder begrenzt wird.
Gleichzeitig gewährt das Gehäuse dem Betriebsmittel Schutz gegen das Eindringen von festen Fremdkörpern. Dies ist der Grund dafür, dass es zu jeder ersten Kennziffer zwei Beschreibungen und zwei Definitionen gibt. 
Erste Kennziffer Kurzbeschreibung Definition
0 Nicht geschützt. ---
1 Geschützt gegen den Zugang zu gefährlichen Teilen mit dem Handrücken. Die Zugangssonde, Kugel 50 mm
Durchmesser, muss ausreichenden Abstand von gefährlichen Teilen haben.
Geschützt gegen feste Fremdkörper 50 mm Durchmesser und größer. Die Objektsonde, Kugel 50 mm Durchmesser, darf nicht voll eindringen*.
2 Geschützt gegen den Zugang zu
gefährlichen Teilen mit einem Finger.
Der gegliederte Prüffinger, 12 mm Durchmesser, 80 mm Länge, muss ausreichend Abstand von gefährlichen Teilen haben.
Geschützt gegen feste Fremdkörper
12,5 mm Durchmesser und größer.
Die Objektsonde, Kugel 12,5 mm
Durchmesser, darf nicht voll eindringen*.
3 Geschützt gegen den Zugang zu gefährlichen Teilen mit einem Werkzeug. Die Zugangssonde, 2,5 mm Durchmesser, darf nicht eindringen.
Geschützt gegen feste Fremdkörper 2,5 mm Durchmesser und größer. Die Objektsonde, 2,5 mm Durchmesser, darf überhaupt nicht eindringen*.
4 Geschützt gegen den Zugang zu gefährlichen Teilen mit einem Draht. Die Zugangssonde, 1,0 mm Durchmesser, darf nicht eindringen.
Geschützt gegen feste Fremdkörper
1,0 mm Durchmesser und größer.
Die Objektsonde, 1,0 mm Durchmesser, darf überhaupt nicht eindringen*.
5 Geschützt gegen den Zugang zu gefährlichen Teilen mit einem Draht. Die Zugangssonde, 1,0 mm Durchmesser, darf nicht eindringen.
Staubgeschützt Eindringen von Staub ist nicht vollständig verhindert, aber Staub darf nicht in einer solchen Menge eindringen, dass das zufriedenstellende Arbeiten des
Gerätes oder die Sicherheit beeinträchtigt wird.
6 Geschützt gegen den Zugang zu gefährlichen Teilen mit einem Draht. Die Zugangssonde, 1,0 mm Durchmesser, darf nicht eindringen.
Staubdicht Kein Eindringen von Staub.
*) Der volle Durchmesser der Objektsonde darf nicht durch eine Öffnung des Gehäuses hindurchdringen.
 
Schutzgrade gegen Wasser Zweite
Kennziffer
 
Bedeutung der zweiten Kennziffer:
Die zweite Kennziffer gibt die Schutzart des Gehäuses im Hinblick auf schädliche Einflüsse auf das Betriebsmittel infolge des Eindringens von Wasser in das Gehäuse an.
Zweite
Kennziffer
Kurzbeschreibung Definition
0 Nicht geschützt ---
1 Geschützt gegen Tropfwasser Senkrecht fallende Tropfen dürfen keine schädlichen Wirkungen haben.
2 Geschützt gegen Tropfwasser, wenn das Gehäuse bis zu 15° geneigt ist. Senkrecht fallende Tropfen dürfen keine schädlichen Wirkungen haben, wenn das Gehäuse um einen Winkel bis zu 15° beiderseits der Senkrechten geneigt ist.
3 Geschützt gegen Sprühwasser Wasser, das in einem Winkel bis zu 60° beiderseits der Senkrechten gesprüht wird, darf keine schädlichen Wirkungen haben.
4 Geschützt gegen Spritzwasser Wasser, das aus jeder Richtung gegen das Gehäuse spritzt, darf keine schädlichen Wirkungen haben.
4K Geschützt gegen Spritzwasser mit
erhöhtem Druck
Wasser, das aus jeder Richtung mit
erhöhtem Druck gegen das Gehäuse spritzt, darf keine schädlichen Wirkungen haben. (gilt nach DIN 40050 Teil 9 nur für Straßenfahrzeuge)
5 Geschützt gegen Strahlwasser Wasser, das aus jeder Richtung als Strahl gegen das Gehäuse spritzt, darf keine schädlichen Wirkungen haben.
6 Geschützt gegen starkes
Strahlwasser
Wasser, das aus jeder Richtung als starker Strahl gegen das Gehäuse spritzt, darf keine schädlichen Wirkungen haben.
6K Geschützt gegen starkes
Strahlwasser mit erhöhtem Druck
Wasser, das aus jeder Richtung als Strahl mit erhöhtem Druck gegen das Gehäuse gerichtet ist, darf keine schädlichen Wirkungen haben.
(Gilt nach DIN 40050 Teil 9 nur für
Straßenfahrzeuge.)
7 Geschützt gegen die Wirkungen
beim zeitweiligen Untertauchen in
Wasser
Wasser darf nicht in einer Menge eintreten, die schädliche Wirkungen verursacht, wenn das Gehäuse unter genormten Druck- und Zeitbedingungen zeitweilig in Wasser
untergetaucht ist.
8 Geschützt gegen die Wirkungen
beim dauernden Untertauchen in
Wasser
Wasser darf nicht in einer Menge eintreten, die schädliche Wirkungen verursacht, wenn das Gehäuse dauernd unter Wasser getaucht
ist unter Bedingungen, die zwischen
Hersteller und Anwender vereinbart werden müssen. Die Bedingungen müssen jedoch schwieriger sein als für die Kennziffer 7.
9K Geschützt gegen Wasser bei
Hochdruck-/Dampfstrahl-Reinigung
Wasser, das aus jeder Richtung unter stark erhöhtem Druck gegen das Gehäuse gerichtet ist, darf keine schädlichen Wirkungen haben.
(Gilt nach DIN 40050 Teil 9 nur für
Straßenfahrzeuge.)
Wo eine der beiden Kennziffern nicht angegeben werden muss, ist sie durch den Buchstaben "X" zu ersetzen.
Ein Gehäuse darf nur mit der ersten Kennziffer (Schutzgrade gegen Eindringen) für einen Schutzgrad bezeichnet werden, wenn es auch alle niedrigeren Schutzgrade erfüllt.
Diese Bedingung ist für die Kennzeichnung mit der zweiten Kennziffer (Schutzgrade gegen Wasser) bis zum Schutzgrad 6K ebenfalls gültig. Ein jedoch nur mit der zweiten Kennziffer 7, 8 (Schutz gegen Untertauchen) oder 9K (Schutz gegen Dampfstrahl) bezeichnetes Gehäuse wird als ungeeignet betrachtet für eine Beanspruchung durch Strahlwasser (Kennziffer 5 oder 6). Es braucht daher die Anforderungen der Kennziffern 5 oder 6 nicht zu erfüllen. Erst wenn das Gehäuse eine Doppelbezeichnung trägt, erfüllt es die Anforderungen an die Beständigkeit gegen Strahlwasser und gegen Untertauchen.
Das Gehäuse erfüllt die Prüfung für:
Bezeichnung
und
Aufschrift
Anwendungs- bereich
Strahlwasser,
zweite
Kennziffer
zeitweiliges
oder dauerndes

Untertauchen,
zweite Kennziffer
5 7 IPX5/IPX7 vielseitig
6 7 IPX6/IPX7 vielseitig
5 8 IPX5/IPX8 vielseitig
6 8 IPX6/IPX8 vielseitig
- 7 IPX7 eingeschränkt
- 8 IPX8 eingeschränkt